Kompetenzzentrum für Logopädie und Schluckstörungen (KLS)

Herzlich willkommen auf der Homepage des Kompetenzzentrums für Logopädie und Schluckstörungen!

Schluckstörungen (Dysphagie) sind in den vergangenen Jahren zunehmend nicht nur als Folge, sondern als Ursache schwerwiegender Erkrankungen in den Fokus des medizinischen Interesses gerückt. So leidet etwa jeder zweite Schlaganfallpatient an Schluckstörungen, die häufig lebensbedrohliche Entzündungen der Atemwege nach sich ziehen. Diese so genannten Aspirationspneumonien stellen die häufigste Todesursache bei Schlaganfallpatienten dar. Zudem verursachen Dysphagien zahlreiche Sekundärkomplikationen, wie z.B. Flüssigkeitsmangel und Unterernährung.

Dysphagien finden sich auch bei zahlreichen anderen Erkrankungen und kommen insbesondere im hohen Lebensalter gehäuft vor. Daher ist das Thema "Schluckstörung" nicht nur in der Schlaganfallmedizin, sondern auch in der Geriatrie, im Rahmen der Intensivmedizin (beispielsweise bei beatmeten und trachoetomierten Patienten) sowie in der Pneumologie von zunehmender Bedeutung. Das frühzeitige Erkennen und Behandeln von Schluckstörungen dient der Vorbeugung lebensbedrohlicher Sekundärkomplikationen und trägt maßgeblich zur Senkung der Krankenhaussterblichkeit und zur Verbesserung der Lebensqualität bei.

Das Kompetenzzentrum für Logopädie und Schluckstörungen wurde 2015 am Gesundheitszentrum Wetterau gegründet und hat folgende Aufgaben:

  • interdisziplinäre stationäre Versorgung von schluckgestörten Patienten
  • ambulante Nachsorge von schluckgestörten Patienten
  • Weiterbildung von Ärzten und Logopäden im Bereich der Therapie und Diagnostik von Schluckstörungen
  • patientennahe klinische Forschung

Patientennahe klinische Forschung

Zur Optimierung des diagnostischen, präventiven und therapeutischen Instrumentariums, insbesondere zur Diagnostik und Therapie von Schluckstörungen und zur Prophylaxe von Aspirationspneumonien, führt das Kompetenzzentrum für Logopädie und Schluckstörungen zahlreiche klinische Studien auf dem Gebiet der Dysphagieforschung durch. Hierzu wurde im Jahr 2015 die Arbeitsgruppe Neurogene Dysphagie gegründet unter Leitung von Prof. Dr. Tibo Gerriets und Samra Hamzic.

Unsere Kooperationspartner sind:

  • Heart & Brain Research Group (ein Kooperationsprojekt zwischen der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Gießen/Marburg und der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim):
    Prof. Dr. med. Tibo Gerriets
    Samra Hamzic, M.A., Akademische Sprachtherapeutin
    Dr. med. Tobias Braun, Assistenzarzt, Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Gießen
  • Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Gießen und Marburg:
    Dr. rer. medic. Dr med. Florian Rössler, Oberarzt, Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum in Gießen
    Priv.-Doz. Dr. PhD Iris Reuter, Oberärztin, Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum in Gießen
    Dr. med. Tobias Braun, Assistenzarzt, Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum in Gießen

Aktuell laufende Forschungsprojekte:

  • TEDRAS-Studie - Transoösophagelae Echokardiographie als Dysphagierisiko in der akuten Schlaganfallphase)
  • Zentral-paretische Dysarthrie und zentrale Facialisparese als Dysphagieindikatoren in der akuten Schlaganfallphase
  • Dysphagiediagnostik in der akuten Schlaganfallphase mittels Ultraschall
  • Auswirkungen der LSVT-Therapie auf das Speichelmanagement bei Dysphagie nach Schlaganfall
  • Effektivität der logopädischen Therapie bei neuromuskulären Erkrankungen und Dysphagie